Weber, Mathis + Andreas

Mehr Meer. David Bowie als Kunden und ansonsten alles ziemlich genau so, wie es ist. So bescheiden sind die Wünsche von Andreas. Hauptsache die Freunde sind mit dabei. 

Wie haben sich die Anforderungen an Projekte in den letzten Jahren verändert?

Sie sind vielschichtiger, anspruchsvoller und zeitkritischer geworden. Manchmal auch vager und aktionistischer. Kurz mal zurücklehnen, durchatmen und nachdenken ist als Gegenprogramm deshalb umso wichtiger geworden, um am Ende die Qualität zu sichern und etwas von Wert und Sinnhaftigkeit zu schaffen. Da hilft ein etwas fortgeschrittenes Alter – man wird automatisch ruhiger, abgeklärter und rennt nicht mehr jeder Sau nach, die grad durchs Dorf getrieben wird.  

Es gibt wahrscheinlich wenige Jobs/Bereiche, in denen man so flexibel ist wie in einer Werbeagentur. Alles, was du für deine Arbeit brauchst, ist ein Laptop und eine Internetverbindung. Du kannst also praktisch von überall aus arbeiten. Wieso kommst du trotzdem gern in die Agentur?

Erstens, weil ich Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern habe, die ich weder alleine lassen will, noch mitnehmen kann. Zweitens, weil es fürs Entwickeln und Gestalten die möglichst enge und direkte Zusammenarbeit braucht. Und weil ich die Menschen hier einfach mag, mich jeden Tag auf sie freue und unser Büro ein Wohlfühlplatz ist.

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Was würdest du dem Andreas vor 20 Jahren mit auf den Weg geben?

Mach dein eigenes Ding. Such dir einen Partner, den du auch gerne als Freund hättest und gründe mit ihm eure Firma. Vergesst bei allem, was ihr gemeinsam tut, nie den Spaß. Und wenn möglich, macht es dort, wo man in der Früh im Meer schwimmen gehen und am Abend zumindest 8 Monate im Jahr auf der Terrasse kühlen Rosé trinken kann.

Würdest du Erfolg mit Wachstum gleichsetzen?

Nein, auf keinen Fall. Erfolg ist dann gegeben, wenn man abends mit einem Gefühl von Zufriedenheit einschläft und sich morgens auf den nächsten Tag freut. Dann hat man ziemlich viel richtig gemacht. Immer mehr, ständig wachsen wollen, verursacht Stress, macht unlocker und ganz oft auch unsympathisch. Und wer will das schon sein?

Wofür wolltest du immer schon mal Werbung machen?

Für ein Kunstmuseum, weil das Thema einfach ein schönes ist. Für Ärzte ohne Grenzen, weil deren Arbeit eine wichtige ist und viel zu wenig Wertschätzung erfährt. Für eine kleine, feine Brasserie an der provenzalischen Küste zwischen Toulon und Marseille, weil ich die Gegend und gutes Essen mag. Und, würde er noch leben, für David Bowie, der das allerdings nicht brauchen würde.

Würdest du alles noch mal so machen?

Da ich nicht wüsste, was ich weiß, ziemlich sicher schon. Und wüsste ich, was ich weiß, ziemlich sicher auch. Ist ja nicht so übel gelaufen bisher ;-). Und alles, was vielleicht verzichtbar oder vermeidbar gewesen wäre, gehört einfach dazu, ist Teil von mir und meinem Leben. Und deshalb ist es gut so.