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Die Vor- und Nachteile künstlicher Intelligenz.

Thema Strategie und Beratung
Gebloggt von Jürgen Scharf
Gelesen in 6 Minuten
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First things first

Half way point

Endspurt

„Schon heftig, wie diese Lawine gerade daherkommt. Fast so, als ob das Internet neu erfunden wird. Oder wie damals, als Google mit einer Suchmaske plötzlich im Internet erschienen ist.“

Mit diesen Worten sieht unser erster Interviewpartner im askd:magazine, Andreas Gähwiler, den seit Monaten anhaltenden Hype um Tools wie ChatGPT und Co. Tatsächlich ist die Neugier an allen Ecken und Enden zu spüren, immer öfter werden Tools in den Arbeits- und Freizeitalltag integriert. Gleichzeitig wächst auch die Angst vor dem Moment, in dem Berufe von künstlichen Intelligenzen wegrationalisiert werden. Oder gar vor dem Moment, in dem die künstliche Intelligenz uns als Menschen fehl am Platz sieht.

Die Veränderung als Chance begreifen.

Kann sein, dass es so kommt. Veränderungsangst ist aber hauptsächlich ein Bildungsproblem. Nicht, weil wir als Menschen zu faul sind, etwas zu lernen, sondern wir das Wissen zu einem neuen Thema eben erst erarbeiten müssen. Oder weil wir den individuellen Bedarf sogar erst entdecken müssen. Das erzeugt Unsicherheit. Es war allerdings auch so, als das Automobil das Pferd ersetzt hat, 4G von 5G abgelöst wurde oder die Bilder in Kinos laufen lernten. Was wir lernen, führt dazu, dass unsere Kinder beispielsweise Berufe ausüben werden, die es heute noch nicht gibt oder Mobilität völlig anders erleben werden, als es bei uns der Fall war. Aktuell entsteht der Beruf des Prompt Engineers, also einer Person, welche Anweisungen für künstliche Intelligenzen formuliert, damit diese die gewünschten Ergebnisse liefert. Wer weiß, wie lange es diesen Beruf überhaupt geben wird – Prompts zu schreiben wird nicht die letzte Weisheit in der Steuerung von KI sein. Wir werden als Menschen durch Veränderungen geschaffen – diese fallen von Natur aus an manchen Stellen der Geschichte disruptiver aus, als an anderen. Wir müssen sie als Chance begreifen. Sich vor einer nicht umkehrbaren Entwicklung zu fürchten, wird jedenfalls keine rationale Lösung sein.

Endzeitstimmung in Sicht?

Auf der Hand liegt, dass KI-Tools viele Vorteile in den Bereichen der Wissenschaft, der Wirtschaft und Technologie bringen werden. Sie können Aufgaben einfach schneller und effizienter erledigen und angelerntes Wissen schneller zu Lösungen kombinieren als Menschen. Mit einer guten Datenbasis erzeugt die KI sogar personalisierte Vorschläge und Lösungen für seine Anwender:innen. Die KI minimiert dabei Fehler und spart Kosten, indem Prozesse reduziert, Daten analysiert, Trends und Muster erkannt werden. Sie hilft damit einerseits dabei, Entscheidungen zu treffen. Andererseits kann sie durch das Erkennen von Mustern auch repetitive Aufgaben übernehmen und uns Menschen damit Zeit für sinnvolle, kreative und strategische Aufgaben schaffen.

Aber da war doch jetzt auch dieser Terminator!

Wie so oft hat aber auch diese Thematik nicht ausschließlich praktische Vorteile und es gilt bei aller Euphorie auch, sich ganz nüchtern der Kehrseite der Medaille zuzuwenden. Fakt ist, dass jede künstliche Intelligenz von der Menge an Daten abhängig ist, die ihr zur Verfügung steht. Sie ist beispielsweise völlig frei von menschlicher Empathie, welche im Erfassen von Problematiken und Hidden Agendas essenziell ist. Während der Nutzung kann beobachtet werden, dass künstliche Intelligenzen fehlerhafte Entscheidungen treffen können, wenn ihre Daten unvollständig oder nicht korrekt sind. Die allermeisten KI-Tools sind nicht mit Zweifeln ausgestattet und auch nicht an die eine Wahrheit gebunden. Es gilt also nach wie vor, oder sogar mehr denn je, der gute Rat aus analogen Zeiten: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn’s irgendwo zwickt und nicht die Maschine. Nicht zu vergessen ist dabei auch die Frage der Ethik und des Datenschutzes, da KI-Tools dazu in der Lage sind, personenbezogene Daten zu verarbeiten und zu analysieren.

Das führt gleichermaßen zu rechtlichen Fragestellungen wie die Urheberrechtsproblematik, die beispielsweise bei Tools entsteht, wenn sie Musik-, Bild- und Videodatenbanken nutzen, um daraus „neue“ Kunst oder Design aus Prompts zu erschaffen, indem sie Billionen von Bildern miteinander kombinieren und daraus mehr oder weniger Collagen erzeugen. Ob es im unternehmerischen Umfeld überhaupt legal ist, Kunst- oder Design-AIs zu nutzen, geschweige denn die Ergebnisse als Agentur einem Kunden weiterzugeben, ist daher zum aktuellen Zeitpunkt äußerst unsicher. Und ja, sie wird Einsparungen möglich machen und Jobs, die aus wiederkehrenden Aufgaben bestehen, wahrscheinlich wegrationalisieren.

Keine Panik, einfach rein ins Getümmel.

Zurück zu den disruptiven Punkten in der Geschichte. Es sieht alles danach aus, als stünden wir an einem solchen. Dabei kennen wir die KI schon so lange. Aus dem Kino und dem Fernsehen. Jeder wollte einen Jarvis, so wie Tony Stark. Oder schon in den 1980ern einen K.I.T.T. wie Michael Knight. War klar, dass es mal so kommen wird. Und da stehen wir jetzt. Eigentlich ist der Moment gerade sehr spannend: Wir erleben mit, wie Fiction zu greifbarer Science wird und können daran teilhaben. Angst vor Veränderung zu haben, ist ein natürlicher Reflex, hat aber noch selten zu einer guten Entscheidung geführt. Es gibt wahrscheinlich sogar mehr spannende Anwendungen als das durch Mundpropaganda weit verbreitete ChatGPT.

Wussten Sie zum Beispiel, dass es künstliche Assistenten auch für Themen gibt, wie z.B. die Ernährung auf ein sportliches Ziel auszurichten? Oder um sich mit Büchern über ein Thema zu unterhalten und dabei die Quellen namhafter Autoren genannt zu bekommen? Oder um Nachrichten zu einem bestimmten Thema zusammengefasst inklusive aller Quellen anzuzeigen? Beobachtet man, in welcher Geschwindigkeit sich die verfügbaren Tools weiterentwickeln und welche neuen Möglichkeiten hinzukommen, wird es jedenfalls schlau sein, KI-Tools schon ab sofort so häufig wie möglich zu nutzen – einfach um es zu üben. Wir werden lernen müssen, damit umzugehen. So wie wir es als Menschen vom Ochsenkarren zum Traktor und von der Wählscheibe zum Smartphone geschafft haben. Menschen wurden noch nie von einer Technologie ersetzt, sondern von anderen Menschen, die wussten, wie man diese Technologie anwendet. Probieren wir aus und entdecken wir, welche Möglichkeiten sich für uns ergeben, werden künstliche Intelligenzen nicht mehr wegzudenken sein, weil sie sich in unseren Alltag eingebaut haben. Das ist schon öfter passiert. Oder können Sie sich heute noch ein Internet ohne Suchmaschinen vorstellen?

Die kleine Inspiration für den Anfang: Drei ChatGPT-Prompts für jeden Alltag:
  • Lust darauf, schneller etwas zu komplexen Themen zu lernen, z.B. über Blockchain?
    Prompt: „Erkläre die Blockchain so, als wäre ich 10 Jahre alt“
  • Keine Zeit zu kochen? Lust auf ein gesundes Rezept und interessiert daran, was das Rezept so gesund macht?
    Prompt: „Schreibe ein Rezept für ein gesundes Abendessen mit maximal 20 Minuten Kochzeit für 2 Personen“
  • Lust auf eine spannende, aktuelle Dokumentation auf Netflix?
    Prompt: „Liste 5 spannende Dokumentationen auf Netflix auf, die nicht älter als drei Jahre sind“

Culture eats strategy for breakfast.

Neben Kochbüchern, Krimis und diversen Zeitschriften habe ich in letzter Zeit auch ein paar Studien und Fachbücher gelesen. Unter anderem eines von Simon Sagmeister.

Was fällt dir eigentlich ein?

Die größte Bibliothek ist die der Bücher, die nicht geschrieben wurden.“ Ein Satz, den ich beiläufig aufgeschnappt habe. Der mich im Nachhinein dann aber doch sehr zum Nachdenken bewegt hat.

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